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Wie wird ein handgefertigtes Schachspiel aus Holz hergestellt?
Vom Rohholz bis zur spielfertigen Kassette durchläuft ein handwerklich gefertigtes Schachspiel viele Hände: Trocknen, Drechseln, Schnitzen des Springers, Beizen, Beschweren, Veredeln und Brett mit Marketerie oder Brandmalerei. Entdecken Sie jeden Schritt in der Werkstatt.

Nehmen Sie einen Springer aus Holz in die Hand und drehen Sie ihn langsam: die Kurve des Halses, die Zeichnung der Mähne, die Art, wie das Licht an den Kanten hängen bleibt. Bei einem handwerklich gefertigten Schachspiel gleicht keine dieser Figuren ganz ihrer Nachbarin, und genau das macht den Reiz aus. Unsere Schachspiele werden in Polen von Hand in einer Familienwerkstatt von Kunsttischlern gefertigt, die seit 1996 besteht. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie aus einem Stück Rohholz ein spielfertiges Spiel wird.
1. Das Holz auswählen und trocknen
Alles beginnt mit der Wahl der Holzarten. Für die Figuren bevorzugt man Hölzer mit feiner, gleichmäßiger Maserung, die sich sauber drechseln und schnitzen lassen: je nach Modell Hainbuche, Buche, Buchsbaum, Linde oder Kirschbaum. Bei den Brettern spielt man mit Kontrasten: Mahagoni, Ahorn, Bergahorn, Nussbaum, Wenge oder Padouk, oft auf einem Träger aus Buche oder Birke.
Bevor es bearbeitet wird, muss das Holz trocknen. Noch feuchtes Holz arbeitet nach der Herstellung weiter: Es reißt, verzieht sich, und die Figuren verlieren ihren Stand. Das Trocknen gibt dem Holz Zeit, sich zu stabilisieren; im fertigen Produkt ist dieser Schritt unsichtbar, für die Langlebigkeit aber entscheidend.
2. Das Drechseln der Figuren
Das trockene Holz wird zu kleinen Stäben zugeschnitten und dann auf die Drechselbank gespannt. Der Handwerker gibt jeder Figur ihr Profil: Fuß, Schaft, Kragen, Kopf. Bauer, Läufer, Turm, Dame und König entstehen fast vollständig in diesem Schritt. Um einheitliche Serien zu erhalten, stützt sich der Drechsler auf Schablonen und prüft die Proportionen jeder Figur mit Auge und Hand.
Es folgen die Details, die die Persönlichkeit eines Entwurfs ausmachen: der Schlitz der Läufermitra, die Zinnen des Turms, die Krone der Dame und das Kreuz des Königs bei Modellen im Staunton-Stil. Diese Feinarbeiten werden von Hand mit Beitel und Feile ausgeführt.
3. Das Schnitzen des Springers, von Hand
Der Springer ist die einzige Figur, die nicht auf der Drechselbank entsteht. Sein Pferdekopf wird aus einem vorgeformten Block von Hand geschnitzt, mit dem Stechbeitel und dann mit dem Hohleisen. Dieser Schritt erfordert am meisten Zeit und Erfahrung und unterscheidet ein geschnitztes Schachspiel am deutlichsten von einem industriellen: Blick, Nüstern, Mähne – jeder Springer trägt die Handschrift dessen, der ihn geformt hat.
Bei manchen Modellen geht das Schnitzen noch weiter. Le Tatras zeigt Figuren mit eigenständigem Design, geschnitzt aus Lindenholz, und L’Empereur vereint von Hand geschnitzte Buchefiguren mit einem König von 140 mm.
4. Schleifen, Beizen und Lackieren
Nach dem Formen werden die Figuren mit immer feinerer Körnung geschliffen, bis die Oberfläche sich weich anfühlt. Die dunkle Seite wird anschließend gebeizt: Die Beize dringt ins Holz ein, statt es zu überdecken, sodass die Maserung sichtbar bleibt. Bei manchen Spielen wird die dunkle Seite ebonisiert, also so gebeizt, dass sie an Ebenholz erinnert, wie bei Le Régence Nr. 4 aus Buchsbaum.
Eine schützende Veredelung schließt dann das Holz und verleiht ihm Glanz. Sie erleichtert die Pflege: Ein weiches, trockenes Tuch genügt, um die Figuren zu entstauben.
5. Das Beschweren und die Veredelung der Böden
Bei beschwerten Modellen wird ein Gewicht in den Fuß jeder Figur eingesetzt. Das Spiel gewinnt dadurch an Standfestigkeit: Die Figuren stehen besser, kippen bei der kleinsten Berührung nicht um und setzen mit einem angenehm dumpfen Geräusch auf dem Feld auf. So ist es zum Beispiel bei Le Régence Nr. 4 und beim Connétable.
Der Fuß wird anschließend belegt, um das Brett zu schützen und das Gleiten sanfter zu machen. Die Kassetten erhalten oft mit Filz ausgekleidete Fächer oder einen Einsatz mit Mulden, damit die Figuren beim Transport nicht aneinanderstoßen.
6. Das Brett: Marketerie oder Brandmalerei
Die Marketerie
Ein Marketeriebrett besteht aus dünnen Furnieren verschiedenfarbiger Hölzer, die zu den 64 Feldern zusammengefügt und auf einen stabilen Träger geklebt werden. Der Kontrast kommt nicht von Farbe, sondern vom Holz selbst: Mahagoni und Bergahorn, Nussbaum und Bergahorn, Padouk und Ahorn … Es ist eine anspruchsvolle Technik, denn die Felder müssen perfekt ausgerichtet und die Fugen unsichtbar sein. Le Vendôme ist ein schönes Beispiel dafür.
Die Brandmalerei
Bei der Brandmalerei wird die Holzoberfläche mit einer erhitzten Spitze gebrannt, um die dunklen Felder und Verzierungen zu zeichnen. Das warme, leicht nuancierte Ergebnis ist typisch für traditionelle Spiele aus Mitteleuropa. Unsere Modelle Le Trianon und Le Petit Trianon verbinden so ein klappbares Brett mit Brandmalerei und Figuren aus Hainbuche und Buche.
Die klappbare Kassette
Viele unserer Bretter lassen sich zur Kassette zusammenklappen. Dafür müssen Scharniere und ein Verschluss angebracht und das Innere so eingerichtet werden, dass es die 32 Figuren aufnimmt, bei Spielen mit doppelten Damen sogar 34.
7. Die Kontrolle vor dem Versand
Bevor es die Werkstatt verlässt, wird jedes Spiel geprüft: Anzahl der Figuren, Stand, Beständigkeit der Beize, Funktion der Scharniere, Ausrichtung der Felder. Weil die Arbeit von Hand erfolgt, sind leichte Unterschiede in Maserung oder Farbton von Spiel zu Spiel normal: Sie gehören zum Charakter eines handwerklichen Objekts.
Wir geben Ihnen 3 Jahre Garantie: Zerbricht eine Figur, wird sie ersetzt. Damit Ihr Spiel lange hält, beachten Sie unsere Tipps zur Pflege von Holz.
Warum ein handwerklich gefertigtes Schachspiel aus Holz wählen?
- Das Gefühl in der Hand: Von Hand gedrechseltes und geschliffenes Holz hat eine Weichheit, die Kunststoff nicht bietet.
- Die Standfestigkeit: gut proportionierte, oft beschwerte Füße für ein angenehmes Spiel.
- Die Haltbarkeit: Ein gut gepflegtes Spiel wird von Generation zu Generation weitergegeben.
- Der Charakter: Jeder geschnitzte Springer ist ein Unikat.
Mehr über unsere Haltung und unsere Partnerwerkstätten erfahren Sie in unserer Manufaktur.
Häufige Fragen
Sind alle Figuren von Hand geschnitzt?
Die Figuren werden gedrechselt und anschließend von Hand nachgearbeitet; der Springer wird von Hand geschnitzt. Manche Modelle wie Le Tatras oder L’Empereur sind umfassender geschnitzt.
Warum können zwei Spiele desselben Modells leicht unterschiedlich sein?
Weil Holz ein Naturmaterial ist und die Arbeit von Hand erfolgt: Maserung, Farbton und Details des Springers variieren leicht von Spiel zu Spiel.
Was ist ein beschwertes Schachspiel?
Das ist ein Spiel, dessen Figuren ein Gewicht im Fuß enthalten. Sie stehen stabiler und lassen sich angenehmer ziehen.
Fazit
Trocknen, Drechseln, Schnitzen, Beizen, Beschweren, Marketerie oder Brandmalerei: Hinter jedem handwerklich gefertigten Schachspiel aus Holz stecken Dutzende Handgriffe. Das Ergebnis dieses Könnens finden Sie in unserer Kollektion kompletter Schachspiele, in Polen von Hand gefertigt.









